1691Ein neues Schützenhaus für Magdeburg
Für das Jahr 1691 liegt ein besonders wichtiger archivalischer Beleg vor.
Das Stadtarchiv Magdeburg verwahrt eine Akte über ein Gesuch des Andreas Georg Weschen zur Verpachtung des Schankrechts für ein neu zu erbauendes Schützenhaus.
Die Akte trägt die Archivsignatur:
Stadtarchiv Magdeburg
Rep. A I Altstadt I
Rep. A I / W 17
Laufzeit: 1691
Die originale Datensatzbeschreibung lautet sinngemäß auf ein neu zu errichtendes Schützenhaus „auf dem Marsch“.
1763Ein historisches Königsschild
1763 – Ein historisches Königsschild
Eine historische Quelle berichtet von einem Schützenschild des Jahres 1763, das von Johann Stephan Stoll gestiftet wurde.
Der überlieferte Text beschreibt, dass Stoll als König nach Hause geführt worden sei und der Compagnie zum Andenken ein Schild gewidmet habe.
Es sollte künftig jeweils vom erfolgreichen Schützen als König getragen werden.
Damit lässt sich für die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts nicht nur das Schießen selbst,
sondern auch die Tradition des Schützenkönigs und der Königskleinodien dokumentieren.
1830Königliche Auszeichnung der Gilde
Im Jahr 1830 erhielt die Gilde nach historischer Überlieferung eine besondere Auszeichnung von König Friedrich Wilhelm III.
Eine zeitgenössisch-historische Veröffentlichung berichtet von einer goldenen Medaille, die der Gilde verliehen wurde.
Die Medaille soll auf der Vorderseite das Bildnis des Königs und auf der Rückseite unter anderem Kriegsinsignien getragen haben.
Damit ist für das frühe 19. Jahrhundert eine unmittelbare königliche Würdigung der Magdeburger Schützengilde überliefert.
1844Reorganisation der Altstadt-Magdeburger Schützengilde
Das Jahr 1844 besitzt für die Vereinsgeschichte besondere Bedeutung.
Der bereits erwähnte Historiker C. Vestel veröffentlichte 1850 eine eigene Geschichte der
Altstadt-Magdeburger Schützengilde „von ihrem Ursprunge bis zu ihrer Reorganisation 1844“.
1845 (19. November 1845)Friedrich Wilhelm IV. und eine neue Fahne
Für 1845 ist eine weitere königliche Verbindung überliefert.
Eine historische Quelle berichtet von einer neuen Fahne, die die Schützengilde von König Friedrich Wilhelm IV. erhielt.
Im Zusammenhang damit wird eine königliche Ordre vom 19. November 1845 genannt.
1850Erste bekannte umfassende Geschichte der Gilde
Nur wenige Jahre nach der Reorganisation erschien eine bemerkenswerte Publikation:
C. Vestel:
„Geschichte der Altstadt-Magdeburger Schützengilde von ihrem Ursprunge bis zu ihrer Reorganisation 1844“ Magdeburg 1850.
Die Existenz dieses Werkes ist durch eine landeskundliche wissenschaftliche Bibliographie belegt.
1894Kaiserliche Fahnenstiftung und großes Festschießen
Das Jahr 1894 gehört zu den am besten dokumentierten Höhepunkten der Gildengeschichte.
Ein erhaltenes historisches Objekt liefert einen unabhängigen Beweis:
Ein Auktionskatalog aus dem Jahr 1906 beschreibt eine Medaille von 1894 ausdrücklich als Medaille zum
„Festschiessen der Magdeburger Schützengilde anlässl. der vom Kaiser gestifteten Fahne“.
Die Medaille hatte nach der historischen Beschreibung einen Durchmesser von etwa 40 Millimetern und zeigte unter anderem Schützenembleme und einen Adler.
Damit sind sowohl das Festschießen von 1894 als auch die kaiserliche Fahnenstiftung materiell dokumentiert.
Um 1900Schützenfest als bedeutendes Magdeburger Volksfest
Die Schützengilde spielte über den eigentlichen Schießsport hinaus eine erhebliche Rolle im gesellschaftlichen Leben Magdeburgs.
Eine Veröffentlichung der Landeshauptstadt Magdeburg über den „Aufbruch in die Moderne“ beschreibt das städtische Vereins- und
Freizeitwesen und stellt ausdrücklich fest, dass die Messe und das Schützenfest der Magdeburger Schützengilde aus der Vielzahl damaliger Veranstaltungen herausragten.
Das Schützenfest war damit ein Bestandteil der Magdeburger Stadtkultur und keineswegs nur eine interne Vereinsveranstaltung.
1924Bundesschützenfest in Magdeburg
Für 1924 besitzen wir einen außergewöhnlich anschaulichen zeitgenössischen Bericht.
Die Magdeburger Volksstimme vom 29. Juli 1924 berichtet über den Beginn des Schützenfestes
der Magdeburger Schützengilde, das mit einem Bundesfest verbunden war.
1925Das 110. Schützenfest
Ein Jahr später liefert die historische Presse eine für unsere Chronik besonders interessante Angabe.
In der Volksstimme vom 26. Juni 1925 wird angekündigt:
„Die Magdeburger Schützengilde feiert ihr 110. Schützenfest vom 28. Juni bis 12. Juli 1925 auf dem Roten Horn.“
1925 – 110. Schützenfest der Magdeburger Schützengilde
Vom 28. Juni bis 12. Juli 1925 veranstaltete die Gilde auf dem Roten Horn ihr ausdrücklich so bezeichnetes 110. Schützenfest.
1939–1945Krieg und Ende der historischen Vereinsstrukturen
1945–1990Schießsport in der DDR
Der Schießsport bestand in der DDR unter anderen organisatorischen und staatlichen Rahmenbedingungen fort.
Die Entwicklung zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Wiedervereinigung wird anhand historischer Unterlagen aktuell weiter aufgearbeitet.
Seit 1990Stadtpark Magdeburg
Mit der politischen Wende und der Wiedervereinigung entstanden beziehungsweise reorganisierten sich zahlreiche Schützenvereine und Verbände in Sachsen-Anhalt.
1995Umzug Vereinsgelände
Eine städtische Vereinsübersicht dokumentierte beispielsweise 309 Mitglieder und führte die Magdeburger Schützengilde mit ihrer Vereinsanschrift Berliner Chaussee 217.
aktuelldie Tradition wird fortgeführt
Die Magdeburger Schützengilde e. V. führt die lange Tradition des Schützenwesens in Magdeburg bis heute fort. Dabei möchten wir unsere Geschichte weiter bewahren, ergänzen und für kommende Generationen erhalten.
Sollten sich bei Ihnen historische Unterlagen, Fotos, Urkunden, Festschriften, Zeitungsartikel, Abzeichen oder andere Dokumente zur Magdeburger Schützengilde befinden, bitten wir Sie herzlich, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Auch Kopien oder digitale Aufnahmen können für die weitere Aufarbeitung unserer Vereinsgeschichte von großer Bedeutung sein.